La Strada „Grande Finale“: Brot und Spiele vor der Stauraumspülung EStAG feiert den Sieg über Mensch und Natur – keinE Kunst ist käuflich Aktion 2

(Graz, 6.8.2017) Das von Banken und Energiekonzernen gesponserte Straßenfestival La Strada sucht Jahr für Jahr nach neuen Herausforderungen, setzt sich mit Themen unserer Zeit auseinander und will unauslöschliche Spuren in der UNESCO Weltkulturerbe Stadt Graz hinterlassen. Daher zeichnet La Strada den Ausnahmekonzern EStAG, der durch sein Sponsoring von Events Pionierarbeit bei der Eroberung des öffentlichen Raumes durch den Kommerz sowie bei der Domestizierung der abhängig gemachten Kunst leistet, mit dem Publikumspreis aus. Das Murkraftwerk Graz Puntigam und der extra wegen dem Kraftwerk gebauten Zentralen Speicherkanal mit bis zu 30 Meter tiefen Beton- und Stahlwänden mitten durch die Stadt sorgen für neuen Tiefgang. Damit wird auch die Schneise für profitable Immobilien- und Bauprojekte der Konzerne endgültig einbetoniert.

Laut und mitreißend, von atemlosem Staunen feiert daher La Strada 6 Monate nach dem Beginn der großen Baumfällungen das vom allgegenwärtigen Sponsor unterstützte Abschlussfest den „neuen Zirkus“ der „Gesellschaft des Spektakels“ im „Naherholungsgebiet Auwiesen“ neben der gerade staufrei fließenden Autobahn und der sanft summenden Hochspannungsleitung das Labor künstlicher Ersatzwelten, die man nur auf den Kopf stellen, über ungewöhnliche Zugänge schreitend, in neues (insektenfreundliches) Licht rückend und aus richtigen Perspektive betrachten muss, um der rasenden Umweltzerstörung doch noch etwas Gutes abzugewinnen. Dank vermehrter und steigender Eintrittspreise bleiben die Menschen am Rande der Gesellschaft draußen und die Innovativen unter sich.

Eine Abordnung der Zwergenfreiheit hat spontan, überwältigt von dieser Sternstunde und beeindruckt von den Zauberkünsten der EStAG, saure Drops und Exitus Steiermark Anteilscheine in die frenetisch jubelnde Menge geworfen und für das Grande Finale mit der Musik von Kettensägen und 16.000 fallenden Bäumen in der Verbots- und Feinstaubhauptstadt Graz den perfekten Rahmen frei Haus geliefert.

Durch Müll und Faulschlamm watend, kann Graz nun einer wahrlich blendenden Zukunft entgegengehen. Die Sauraumspülung am folgenden Tag schwemmt die Reste der Festinszenierung hinweg, zurück bleiben tote Fische.

 

Fotos: http://www.murxkraftwerk.at/galerie/fotos/wieder-fischsterben-in-der-mur-durch-strauraumspuelung-am-tag-nach-dem-grand-finale-von-la-strada/index.html

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